The Future We Want

Warum warten, wenn ich handeln kann?

Es gibt Länder auf der Welt, die nennen wir unterentwickelt. Aber was sollen die denn zu uns sagen? Richtig: überentwickelt. Dabei wollen wir doch nichts anderes als ein gutes Leben. 

Gutes Leben ist einfach. Und zwar einfacher, als wir vielleicht denken. Wir erreichen ein gutes Leben heute dadurch, dass wir mal wieder etwas weglassen. Einfach mal nicht in den Stau stellen, sondern aufs Rad steigen. Besser für dich, besser fürs Klima. Geht doch!

Es geht um Klimaschutz im Alltag und darum, was jeder einzelne zum guten Leben beitragen kann. Das Video zeigt, was so eine kleine Verhaltensänderung im Alltag sein kann.

Das Projekt

Mit diesen Inhalten und Fragen setzt sich das EU geförderte Projekt "European Year for Development 2015: THE FUTURE WE WANT - Local Authorities for Sustainable Development" auseinander. Zusammen mit einem breiten Netzwerk von PartnerInnen aus Europa und der Welt setzt sich kate Umwelt & Entwicklung dafür ein, ein gutes Leben für alle möglich zu machen.  

Klimaschutz im Alltag hört sich dabei komplizierter an, als es eigentlich ist. Es geht um kleine Verhaltensveränderungen im Alltag hier in Europa. Teil von THE FUTURE WE WANT ist außerdem sich mit indigenen Gemeinschaften aus Lateinamerika auszutauschen und von ihnen zu lernen was sie unter einem guten Leben verstehen.
Das Projekt zielt außerdem darauf ab, das öffentliche Bewusstsein über die Bedeutung der Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen, insbesondere die  aktuellen Herausforderungen des (europäischen) Überkonsums und die Auswirkungen auf die Völker des Regenwalds in den Mittelpunkt zu stellen.  

Mehr Infos findet ihr auf der Website des Projektes.

 

Ich zeig dir meinen Wald

Virtueller Austausch zwischen SchülerInnen der Ashaninka und der Naturparkschulen im Schwäbisch Fränkischen Wald

Unter dem Motto „Was wir voneinander lernen können“ beschäftigten sich SchülerInnen der Naturparkschulen in Deutschland sowie der Ashaninka im Regenwald in Peru mit Themen rund um den Wald. Die Kinder auf beiden Seiten der Weltkugel hatten Workshops zu den Themen „Wald – Nutzen, Schutz und Freizeit“, haben diese gefilmt, daraus kleine Videos gemacht, diese übersetzt und dann an ihre companeros verschickt. So haben z.B. die Ashaninka den Kindern in Deutschland gezeigt, was sie unter diesen Themen verstehen und ihnen ihren Wald und Lebensraum vorgestellt. (und umgekehrt).

Bei dem Austausch wurden die Kinder für eine andere Umgangsform mit dem Wald sensibilisiert und sie haben dadurch einen Teil einer anderen Kultur und Lebensweise kennengelernt.
Spannend war dabei vor allem zu sehen, wie unterschiedlich die Kinder mit dem Wald umgehen. Während für die SchülerInnen der Ashaninka der Wald fester Bestandteil ihres Lebens ist und sie mit den Pflanzen und Tieren darin ganz selbstverständlich umgehen, hatten die Kinder in Deutschland einen Workshop, in dem ihnen Pflanzen und Tiere vorgestellt wurden. Für sie ist der Wald ein Ort, an den sie gehen, in dem sie aber nicht leben, den sie nicht kennen und erst kennenlernen und untersuchen müssen. Für die Kinder der Ashaninka hingegen ist der Wald ihr Lebensraum, ihr Nahrungsmittellieferant und ihre Apotheke und ein wertvoller Teil ihres Lebens, den sie schützen und bewahren. Genau das ist es, was die Kinder in Deutschland und Europa erst wieder lernen müssen und aus diesem Austausch mitnehmen können: Der Wald ist für uns Menschen sehr wichtig und es gilt ihn zu erhalten.

Viele spannende Videos findet Ihr hier!

 

Handreichung für LehrerInnen

 

Handreichung für ErzieherInnen

 

Handreichung Spanisch

 

Asháninka und Yánesha im Naturpark

Ein Höhepunkt des Projektes ist der Austausch mit unseren PartnerInnen aus dem Globalen Süden. Vom 02.-06.10.2015 dürfen wir zwei Vertreterinnen der Asháninka und Yánesha in Stuttgart begrüßen. Die Asháninka und Yánesha sind indigene Völker aus dem Peruanischen Regenwald. Im Rahmen des Besuchs soll ein Austausch darüber stattfinden, wie gerechtere Beziehungen zwischen Ländern im Norden und dem Süden entstehen können. Thema ist außerdem das "Gute Leben" und die Frage was wir von unseren PartnerInnen aus dem Globalen Süden diesbezüglich lernen und in unseren Lebenskontext übertragen können. 

Bei ihrem Besuch werden die beiden Vertreterinnen der Asháninka und der Yánesha am Naturparkmarkt in Murrhard teilnehmen, eine Naturparkschule besuchen und das Thema des bilingualen Unterrichts aufgreifen, im Rahmen der Begegnung mit den Naturparkführern über die Kosmovision der Asháninka und Yánesha sprechen und auf einer Podiumsdiskussion in Althütte u.a. über den Einfluss der Globalisierung auf ihre Kultur debattieren. Das ausführliche Programm findet sich hier

Als Partner von kate wirkt am gesamten Projekt der Naturpark Schwäbisch Fränkischer Wald mit. Weiterer Partner für die Podiumsdiskussion ist die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Rems-Murr.

 

Bilder und Dokumentation des Besuchs

Ankunft im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald

Jhenny Ivonne Munoz Hillares, Vertreterin des indigenen Volks Asháninka und Teresita Irene Antazu López, Vertreterin des indigenen Volks Yánesha, kommen im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald an. Die beiden Geschäftsführerinnen von kate Umwelt & Entwicklung - Sabine Dietrich und Angela Giraldo - heißen die beiden Gäste aus dem peruanischen Regenwald  zusammen mit dem Naturpark herzlich willkommen. Zur Begrüßung zelebrierten Jhenny und Teresita gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Naturparks Bernhard Drixler und seiner Stellvertreterin Meika Bakker eine traditionelle Willkommens-Zeremonie.

Kräuterzentrum "Wasenhof"

Am Samstagvormittag besuchten die beiden Gäste zusammen mit Sabine Dietrich  von kate Umwelt & Entwicklung das Kräuterzenturm “Wasenhof”. Die Frauen aus der Amazonasregion und aus Deutschland tauschten sich über ihre Erfahrungen zur Nutzung und Verarbeitung von wildwachsenden Pflanzen aus. Im Anschluss kochten sie zusammen eine Kräutersuppe mit selbstgepflückten Kräutern und genossen das gemeinsame Essen.

Unterwegs mit den NaturparkführerInnen

Am Nachmittag ging es in den Wald in Obersulm. Begleitet wurden Jhenny und Teresita u.a. von NaturparkführerInnen und interessierten Gästen aus der Gemeinde Obersulm. kate Umwelt & Entwicklung sorgte wie bei allen anderen Programmpunkten auch hier mit Hilfe von Übersetzerinnen für eine reibungslose Kommunikation. 

Begleitet von NaturparkführerInnen zelebrierten die Vertreterinnen des Asháninka- und des Yánesha-Volkes im Wald eine traditionelle Zeremonie. Die Mitglieder der Gruppe hatten einen fruchtbaren Austausch darüber, was der Lebensraum „Wald“ jeweils für sie bedeutet. Die Mitglieder dieser vermeintlich unterschiedlichen Gruppe diskutierten viele Gemeinsamkeiten, und so auch, dass der Wald für beide Seiten ein Ort ist, den es zu schützen gilt.

Besuch einer traditionellen Töpferei

Auf dem Foto wagen sich Heike Becker von Lautertalkeramik und Jhenny gemeinsam an die traditionelle Töpferkunst des Schwäbisch Fränkischen Waldes.

Naturparkmarkt in Murrhardt

Auf dem Naturparkmarkt in Murrhardt werden an einigen Sonntagen im Jahr lokale Produkte aus der Region verkauft. Dieses Mal nahmen auch die beiden Vertreterinnen der Asháninka und der Yánesha teil und boten eigene lokale Produkte aus dem Amazonasgebiet zum Verkauf an. Gemeinsam mit MitarbeiterInnen von kate, des Naturparks und eingeladenen Gästen besuchten Jhenny und Teresita auch lokale ProduzentInnen des Naturparks an ihren Ständen und tauschten sich mit ihnen über Ideen und Erfahrungen zur Vermarktung von lokalen Produkten aus. 

Auf dem letzten Foto probiert Jhenny Kartoffeln in einer ganz speziell zubereiteten Form. Die zwei Frauen aus dem peruanischen Regenwald sprachen in diesem Zusammenhang mit den lokalen ProduzentInnen auf dem Naturparkmarkt auch über Möglichkeiten, den Wert von Produkten zu steigern.

Naturparkschule in Waldenburg

Am Montagvormittag besuchten Jhenny Ivonne Munoz Hillares und Teresita Irene Antazu López die Naturparkschule in Waldenburg. Die Kinder begrüßten die beiden Gäste herzlich und zeigten ihnen die Tiere und Besonderheiten ihres Waldes. Sowohl die Kinder als auch die beiden Frauen lernten voneinander wie Bildung in den verschiedenen Regionen funktioniert.

Anschließend sprach Teresita zum Thema bilingualer Erziehung. Sie diskutierte mit den LehrerInnen aus Waldenburg wie wichtig es ist, Kinder in ihrer Muttersprache zu unterrichten. In ihrem Fall ist das Yánesha und nicht Spanisch. Sie betonte außerdem, dass Sprache sehr viel mehr vermittelt als Wörter; nämlich die Kultur und die Weltanschauung ihres Volkes. 

Podiums-Diskussion in Althütte

Am Nachmittag nahmen Jhenny und Teresita an einer Podiumsdiskussion in Althütte teil, die von kate Umwelt & Entwicklung, dem Naturpark und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald organisiert wurde. Sie sprachen über die Herausforderungen des Alltags der indigenen Völker Asháninka und Yánesha und gingen ganz besonders auf folgende Themen ein: Ihre Weltanschauung und als Teil dessen, ihre ganz besondere Beziehung zum Lebensraum Wald; der Einfluss der Globalisierung und die Auswirkungen des Klimawandels auf ihre Völker sowie ihr Verständnis zu Land- und Nutzungsrechte. Im Gegensatz zu großen Unternehmen, die in ihren Lebensraum eindringen und die natürlichen Ressourcen ausbeuten, verstehen sich die Asháninka und die Yánesha als Teil des Waldes und das Land als Gemeineigentum, das es gemeinsam zu schützen gilt.  

Am Ende der Podiumsdiskussion fasste der Moderator, Dr. Strobel (Schutzgemeinschaft Deutscher Wald) die von Teresita und Jhenny vorgestellten Punkte zusammen und stellte die Verbindung zur Lebensrealität in Deutschland her. Er hinterfragte wie in Deutschland und der sogenannten „entwickelten Welt“ mit den natürlichen Ressourcen umgegangen wird und stellte diese Aussage in Kontrast zur Weltanschauung der indigenen Völker im Amazonasgebiet, für welche der Wald und die natürlichen Ressourcen Teil ihres Lebens sind. Der Schutz dieser Ressourcen ist für sie selbstverständlich, während es für die Industrienationen eine große Anstrengung bedeutet, die nur wenige konsequent eingehen wollen. Und schließlich stellte er die Frage in den Raum, wer vor diesem Hintergrund wohl „besser“ lebe. Er forderte das Publikum auf ihre Meinung zu den sogenannten „unterentwickelten“ Ländern gegeben falls noch einmal zu überdenken. Als Resüme zog er, dass von diesen Ländern viele von uns in vielen Situationen sehr viel lernen können. 

Weiterweg

An ihrem letzten Tag im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald besuchten Teresita und Jhenny den „weiterweg“. Der weiterweg ist eine Mischung aus Kunstpfad und Besinnungsweg bei Geschwend. Auf dem Foto ist Teresita zu sehen, die in einer rituellen Zeremonie des Yánesha-Volkes um Erlaubnis bittet, den Wald betreten zu dürfen. In diesem Kontext sprach die Gruppe, u.a. bestehend aus Herrn Rebel (Geschäftsführer der Graf-Pückler-Stiftung), Herrn Drixler (Geschäftsführer Naturpark) und Daniela Kirchner (Mitarbeiterin von kate) über die Kosmovision der indigenen Völker des Amazonasgebiets und über ihre spirituelle Beziehung zum Wald. Die Gruppe fand sehr viele Gemeinsamkeiten in den auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Weltanschauungen und verbrachte einen tollen Vormittag zusammen. 

Projektpartner

Klimabündnis

- Stadt München (Deutschland)

- Stadt Bonn (Deutschland)

- Stadt Wels (Österreich)

- Stadt Zoersel (Belgien)

- Stadt Tirgu Mures (Rumänien)

- Stadt Daruvar (Kroatien)

- Stadt Cascais (Portugal)

- Klimabündnis Österreich

- Action Solidarité Tiers Monde (ASTM) / Klimabündnis Luxembourg

- Reflex Környezetvédő Egyesület / Reflex Environmen-tal Association / Climate Alliance Hungary

- Oro Verde – Die Tropenwaldstiftung

- Nadace Partnerství / Czech Environmental Partner-ship Foundation (NP)

- IMRO-DDKK Nonprofit Ltd. (Ungarn)

- Focus Eco Center (Rumänien)

- Development Agency of Eastern Theassoliniki’s Local Authorities (ANATOLIKI S.A.) (Griechenland)

 

PartnerInnen aus den Ländern des Südens

- Comunidad de Sarayaku (Ecuador)

- Subgerencia de Desarrollo del Pueblo Asháninka (Peru)

- FOIRN – Federação das Organizações Indígenas do Rio Negro (Brasilien)

- COICA – Coordinadora de las organizaciones indígenas del la Cuenca amazónica (Ecuador)

- Fundación defensores de la naturaleza (Guatemala)

- Associación PATUCA (Honduras)

 

Ihr Kontakt:

Photo of Sabine  Dietrich

Sabine Dietrich

(+49) 711 248 397 15

Disclaimer

Dieses Projekt wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union durchgeführt. Für die Inhalte sind alleine die Projektpartner verantwortlich, sie geben in keinster Weise den Standpunkt der Europäischen Union wieder.