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Evangelische Kirchengemeinde in Stuttgart-Sonnenberg erhält als erste in Europa den EU-Energieausweis

Pressemitteilung des Umweltbeauftragten der Evang. Landeskirche in Baden-Württemberg, Dr. Hans-Hermann Böhm

Entsprechend einer EU-Richtlinie müssen ab 2006 viele größere Kirchengebäude ihre Energiedaten öffentlich aushängen. Im Gottesdienst zum 1. Advent erhielt die evangelische Kirchengemeinde Stuttgart-Sonnenberg den europaweit ersten Energieausweis für ein Gemeindezentrum. Dieser Ausweis gibt den Energiebedarf oder Energieverbrauch eines Gebäudes wieder und empfiehlt Energiesparmaßnahmen.

Passend zum Beginn des neuen Kirchenjahres, überreichten Dipl. Ing. Nina Weiss und Dipl. Ing. Hans Erhorn vom Fraunhofer Institut für Bauphysik in Stuttgart an Pfarrer Johannes Bröckel von der Kirchengemeinde Sonnenberg den Energieausweis, der ab 2006 europaweit eingeführt werden soll.
Die Kirchengemeinde hat an einem Feldversuch teilgenommen, bei dem erstmals für ein Kirchengemeindezentrum sowohl der Energiebedarf als auch der Energieverbrauch entsprechend der DIN V 18599 ermittelt wurde. Die Gemeinde kann anhand der Daten einschätzen wie sie im Vergleich zu anderen ähnlichen Gebäuden "im Rennen" liegt. Obwohl der Energieverbrauch in der Sonnenberg-Gemeinde niedriger ist als nach Bedarf errechnet, haben die Fachleute vom Institut für Bauphysik Energiesparmaßnahmen empfohlen. Entsprechend einer Liste, die nach Amortisationszeiten ordnet, gehören dazu u. a: Dämmung von Heizleitungen, die Umstellung der Warmwasserversorgung auf die Warmwasserbereitung direkt am Verbrauchsort und eine Pelletsheizung.
Der Kirchengemeinderat unter Vorsitz von Volker Frick hat schon beschlossen, diese Empfehlungen umzusetzen.
Hans-Hermann Böhm, der Umweltbeauftragte der Landeskirche, betonte, wie hilfreich der Energieausweis für die Kirchengebäude im Land sein wird. Er vermittle einen Gesamteindruck vom energetischen Zustand der Gebäude und empfehle außerdem qualifizierte Energiesparmaßnahmen. Vorgeschrieben wird die Untersuchung von kirchlichen Gebäuden mit über 1000 qm Nutzfläche. Ausgenommen sind denkmalgeschützte und sakrale Gebäude.
Auch wenn der Energiepass nicht kostenlos zu erhalten sein wird, bringt er doch Vorteile durch Hinweise auf kostensparende Maßnahmen. Auf diese Weise werde, so Böhm, sowohl das Klima geschützt als auch die Kasse entlastet. Er hoffe deshalb, dass ab 2006 möglichst viele Gemeinden zügig diesen Energiepass ausstellen lassen und entsprechende Klimaschutzmaßnahmen ergreifen.
Hintergründe und weitere Informationen zum Thema "Energiepass für kirchliche Gebäude" finden sich unter www.gemeindedienst.de/umwelt -> Im Brennpunkt -> Energie
Benedikt Osiw

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