CSR Dialog im Tourismus
Dialog mit der Tourismuswirtschaft - Corporate Social Responsability
Auf dem Weg zu einem europäischen Konzept und dessen Umsetzungsstrategien in den Unternehmen
Projeklaufzeit: 01.07.2004 – 31.12.2005 (Projekt abgeschlossen)
Projektpartner: KATE, TOURISM WATCH und ACSUD Valencia (Spanien)
Bedeutung des Tourismus
Weltweit gehört Tourismus zu den größten Wirtschaftssektoren und sowohl im Norden wie im Süden hat er sich zu einem bedeutenden Hoffnungsträger entwickelt. Schon heute arbeiten weltweit mehr als 67 Millionen Menschen in der Reisebranche.
Tourismus schafft damit einerseits Arbeitsplätze und Einkommen, andererseits ist er Ursache vieler kultureller, ökologischer und sozialer Probleme. Die Zerstörung traditioneller Wirtschaftsbereiche in Landwirtschaft und Fischerei, Zersiedelung und wachsendes Verkehrsaufkommen, soziale Ausgrenzung, Prostitution etc. begleiten touristische Entwicklungen.
Nachhaltige Entwicklung und gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen
Der Begriff Corporate Social Responsibility (CSR) beschreibt, wie unternehmerisches Handeln auf freiwilliger Basis umweltgerecht und im umfassenden Sinn sozial fair und gesellschaftlich verantwortlich gestaltet werden kann. Die Europäische Kommission hat im Jahr 2001 eine eigene CSR-Strategie lanciert und damit eine Debatte über die freiwillige Umsetzung von sozialen Standards bei Unternehmen angeregt. Unternehmen sollen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und sich auf den Weg Nachhaltiger Entwicklung machen.
Initiativen für einen im umfassenden Sinne nachhaltigen - d.h. auch soziale Kriterien einbeziehenden - Tourismus wurden in jüngster Vergangenheit entwickelt, insbesondere von Seiten internationaler Organisationen und NGOs. Ansätze, zum Beispiel eine in der Touristikbranche akzeptierte und angewandte CSR-Richtlinie, gibt es jedoch bislang nicht. Bestehende Konzepte werden wenig und unzureichend umgesetzt und sind oft nicht in die Breite gekommen.
Nach wie vor sind katastrophale Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit, mangelnde Arbeitssicherheit und fehlender Arbeitsschutz in der Reiseindustrie Alltag. Zumeist scheitert die Umsetzung sozialer Kriterien an der unzureichenden Verankerung auf Managementebene und der Abwesenheit von unternehmensinternen Kontrollinstrumenten.
Projektvorhaben
Das Projekt strebt an, Akteure der europäischen Reise-industrie, aus Arbeitnehmervertretungen, sowie aus Wissenschaft und Organisationen der Zivilgesellschaft in Dialog miteinander zu bringen, um die Strategie und Umsetzung von CSR in der Öffentlichkeit und in Fachkreisen zu kommunizieren.
Aus dem Projekt soll eine Initiative erwachsen, um soziale Standards für den Tourismussektor zu entwickeln und um sie in Management und Politik zu verankern.
Aktivitäten
Untersuchung über Kriterien im Tourismus
• bestehende Konzepte und Kriterien
• firmeninterne Leitbilder
• Verhaltenskodizes und Selbstverpflichtungen der Reiseindustrie
• Kriterienkataloge von Gewerkschaften, Universitäten, NGOs und Netzwerken
• In einer Studie wird der Stand von CSR in der Reiseindustrie in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien untersucht
Dialogforum und Internationale Thementage
Auf den internationalen Messen
• Reisepavillon (4.-6. Februar 2005 in Hannover)
• Internationale Tourismusbörse (ITB, 11.-15. März 2005 in Berlin)
• Tourismusmesse Salón Internacional de Turismo
(30. März – 3. April 2005 in Barcelona)
• Internationale Fachtage in Valencia (8.-9. April 2005)
• Fachgespräch Stuttgart zu CSR im Tourismus (24. Juni 2005)
werden Dialogforen und internationale Thementage mit Podiumsdiskussionen, Runden Tischen und Workshops veranstaltet. Hier wird die Studie der Öffentlichkeit präsentiert und diskutiert.
Verbreitung
• Ergebnisse aus Dialogforen und Thementagen werden in einer Broschüre veröffentlicht
• Konzept CSR in der Tourismusbranche wird bei Arbeitnehmerverbänden, der Wissenschaft und NGOs bekannter gemacht
• Konkrete Beispiele zeigen und motivieren, wie ökologische und soziale Kriterien wirksam und nachhaltig in Managementstrukturen verankert werden können
• Informationen über CSR im Tourismus über diese Website
Gefördert wird das Projekt von der Europäischen Kommission