Städtegipfel
Laufzeit: 08/2000 - 05/2001
Dialogwoche mit Stuttgarts Partnerstädten, Städtegipfel "Wege zu lokaler Zukunftsfähigkeit" im April 2001
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Eine Idee wird konkret
Die ursprüngliche Idee zur Dialogwoche war, die Stuttgarter Partnerstädte aus dem Süden (Menzel-Bourgiba, Cairo und Mumbai) nach Stuttgart zu einem Austausch über die Lokale Agenda in ihren Städten einzuladen. Die Entwicklungshilfeorganisation Brot für die Welt, ansässig in Stuttgart, konnte für die Kooperation gewonnen werden, ebenso die Stadt Stuttgart. In der Planung kristallisierte sich rasch heraus, dass Lokale Agenda und Zukunftsfähigkeit zu breite, unkonkrete Begriffe sind. Der Dialog sollte über schon zuvor bestimmte kommunale Handlungsfelder Abfall, Wasser und Partizipation stattfinden. Es zeigte sich auch, dass es sinnvoll ist, die Perspektiven der anderen Partnerstädte, die in Russland, Tschechien, Polen, Großbritannien, Frankreich und den USA liegen, mit einzubinden. Einbezogen wurden darüber hinaus ganz gezielt staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure, FachexpertInnen und AlltagsexpertInnen, um einen multiperspektivischen gegenseitigen Lernprozess über das Ziel ‚Zukunftsfähigkeit‘ zu ermöglichen
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Städte aus drei Kontinenten
Am 22. April war es dann soweit: zur Dialogwoche waren aus fünf Partnerstädten und zwei befreundeten Städten insgesamt 13 Gäste nach Stuttgart gekommen. Vertreten wurden die Städte: Cairo (Ägypten), Mumbai (Indien), Samara (Russland), St. Helens (Großbritannien), El Castillo (Nicaragua), Tuzla (Bosnien) und Brünn (Tschechische Republik). An der Dialogwoche aktiv teilgenommen haben neben den Gästen auch kommunale ExpertInnen, VertreterInnen aus NROs und der Lokalen Agenda sowie politische VertreterInnen und BürgerInnen aus Stuttgart.
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Besuchsprogramm + Workshop + Öffentliche Veranstaltungen
Die Woche voller Dialog enthielt verschiedene Komponenten. Zum einen konnten die Gäste in einem dichten und abwechslungsreichen 3tägigen Besuchsprogramm die Stuttgarter Erfahrungen, Praxen, Modelle und Lösungsversuche in den Handlungsfeldern Müll/Abwasser und Partizipation/Lokale Demokratie kennen lernen. Sie besuchten die Müll- und Wassergruppe die Müllverbrennungsanlage in Stuttgart-Münster, die Wertstoffsortieranlage der Firma Remex, die Kompostieranlage, ein Klärwerk und das Trinkwasser-Verteilungssystem. Außerdem besichtigten sie den Betriebshof und den Fuhrpark der Abfallwirtschaft Stuttgart und waren bei der Sammlung der Gelben Säcke dabei. Zeitgleich besuchte die Partizipationsgruppe Orte und Organisationen, die von Bürgerbeteiligung über Bürgerschaftliches Engagement hin zu politischer Partizipation Interessantes zu berichten hatten: die Akademie für Technikfolgenabschätzung und ihr Projekt zu e-democracy, die Koordinationsstelle der Lokalen Agenda Stuttgart, ein partizipatives Schulhofumgestaltungsprojekt des Garten- und Friedhofsamtes, ein Besuch im Stadtplanungsamt, bei der Kommunalentwicklung GmbH und der Neuen Arbeit, ein Programm zur Integration von Langzeitarbeitslosen und ein Gespräch mit GemeinderätInnen. Auch stellten sich VertreterInnen der Stuttgarter Jugendräte zur Diskussion. Gerade in der Partizipationsgruppe gelang es immer wieder bei den einzelnen Besuchsstationen, die Stuttgarter Gastgeber mit den eigenen, auch für die hiesige Situation zutreffenden, Erfahrungen zu verblüffen.
Im anschließenden Workshop hatten die Gäste ausführlich die Gelegenheit über ihre Erfahrungen und Projekte zu berichten. Gemeinsam wurden dann Ideen formuliert, welche Projekte in Zukunft angegangen werden können:
- Der Aufbau einer Internetplattform zu kontinuierlichen Austausch über Zukunftsfähigkeit
- Eine Sammlung von bestpractice Beispielen in den Partnerstädten zum Thema Müll und Wasser
- Die Möglichkeit des Austauschs über placements (Praktika) zwischen den Partnerstädten
- Die Wiederholung eines Städtegipfels zu anderen kommunalen Handlungsfeldern
Umrahmt von einem Kulturprogramm fand der Abschluss der Dialogwoche fand im ehrwürdigen Gemeinderatssaal im Rathaus statt.