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DOMINIKANISCHE REPUBLIK-Walbeobachtungtourismus

Die Bucht von Samaná der Dominikanischen Republik wird als einer der besten Plätze in der Welt betrachtet, um Wale zu beobachten. Dieser Artikel beinhaltet die Auswirkungen des Wachstums dieser Tourismusform und zeigt Handlungen von CEBSE und anderen Institutionen auf, die unternommen wurden, um negative Auswirkungen zu minimieren. Das Co-Management-Modell ist eine Strategie um sowohl Problemen zu begegnen als auch einen Ökotourismus zu implementieren, welcher die Erhaltung und weitere Entwicklung desselben fördert.

Die Bucht von Samana - Die Wiege der Buckelwale in der Karibik

Jedes Jahr zwischen Januar und März empfängt die Bucht von Samaná im Nordosten der Dominikanischen Republik ihre beständigen und treuen Besucher: die Buckelwale (Megaptera novaeangliae). Diese gehören aufgrund Ihrer Lebhaftigkeit und akrobatischen Fähigkeiten zu den populärsten Cetaceen.

Die Wale wandern aus ganz bestimmten Gründen vom Nordatlantik in die Karibik: sie suchen nach Partnern, paaren sich und bringen ihre Jungen zur Welt. Die dominikanische Küste ist eines der lebensnotwendigen Gebiete für die Fortpflanzung dieser vom Aussterben bedrohten Art. Das warme, flache, durch eine Bucht geschützte Wasser ist ideal für die Geburt und von entscheidender Wichtigkeit für das schnelle Wachstum der Wal-Babys. Gleichzeitig verwandelt ihre Gegenwart die Bucht in eine exklusive Bühne zur leichten Beobachtung des Sozial- und Paarungsverhaltens dieser riesigen Meeressäugetiere.

Samaná ist nicht nur einer der herausragenden Plätze in der Welt, um Wale zu beobachten, sondern es ist auch bekannt für eine der schönsten Landschaften des gesamten Landes.

Schwindelerregendes Wachstum - Eine Öffnung für negative Einflüsse?

Whalewatching ist in den letzten Jahren eine wichtige Freizeitaktivität der Ökoturismusbranche geworden. Es ist inzwischen eine der touristischen Hauptattrak-tionen für Touristen aus dem In- und Ausland.

Zu Beginn des Jahrzehnts genob Whalewatching eine rapide Zunahme an Besuchern, es entwickelte sich:

Eine Zunahme der Bootstouren mit einer Auswahl der verschiedensten Bootstypen.
Eine Zunahme an Bootsunternehmen.
Hohe Erwartungen einiger Mitglieder der Gemeinde sowie nationaler und internationaler Tour-Organisatoren auf ein schnelles Einkommen. Es gab einen stetigen Zuwachs nichtautorisierter Naturführer und Unternehmen, die unpro-fessionell und nicht registriert arbeiteten.
Unüberlegtes zu nahes Heranfahren an die Wale, an Mütter mit Nachwuchs, ungeachtet möglicher Auswirkungen auf die Art.
Ein schlechtes internationales Image des gesamten Whalewatching (Störung der Wale).
Andere Probleme wurden gleichermaben ausgemacht:
Fehlen einer staatlichen Kontrolle und einer entsprechenden Rechtsgrundlage.
Nichtausreichende Sicherheitsmabnahmen für Touristen (fehlende Rettungs-westen, keine Erste-Hilfe, usw.)
Wenig Erfahrung im Führen der Boote zwischen den Walen seitens der Kapitäne.
Wenig Kenntnisse im Umgang mit Buckelwalen seitens der Tourorganisatoren, Naturführer, Kapitäne und der örtlichen Bevölkerung (über Dinge wie charak-teristische Eigenschaften, Lebensraum, Verhaltensmuster, usw.).
Zu wenig qualitativ hochwertige Unternehmen.

Auf der Suche nach Lösungen – Schritte Whalewatching zu organisieren

Im Jahr 1991 mit der Unterstützung von Centre for Conservation Marine, das Zentrum für die Erhaltung und ökologische Entwicklung der Bucht von Samaná und seiner Umgebung (auf spanisch CEBSE) gegründet, um Aktivitäten bekanntzumachen und durchzuführen, welche die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der natürlichen und kulturellen Ressourcen der Bucht von Samana und seiner Umgebung mit der aktiven Beteiligung der Gemeinden1 zu erreichen versuchen. CEBSE fördert die Einrichtung eines Biosphärenreservates.

Angesichts solch trüber Aussichten wurde eine Initiative geboren, welche die Erhaltung der Art und ihrer natürlichen Umgebung auf der nationalen und internationalen Ebene fördert. Die ersten Schritte, um diese Aktivitäten zu organisieren, wurden im Jahr 1988 in Gegenwart des Zentrums für Meeresbiologische Forschungen (auf spanisch CIBIMA) der Freien Universität Santo Domingo sowie von anderen Zentren und amerikanischen Einrichtungen zur Erforschung der Meere und Küsten, wie z. B. dem Center for Marine Conservation, unternommen. Zusammen schlugen sie regulierende Mabnahmen der Ausfahrten vor, in der Hoffnung, die Störungen der sanften Riesen zu beenden.

CEBSE versuchte mit allen Beteiligten (Gemeindemitgliedern, Regierungsorganisa-tionen und privaten Unternehmen) zusammenzuarbeiten, mit dem Ziel, eine Managementstrategie3 zu entwickeln und eine sektorenübergreifende verbesserte Planung sowie andere Produkte und Management-Strategien, nicht nur für das Whalewatching, sondern für alle touristischen Aktivitäten, die von den natürlichen Ressourcen der Region abhängen, zu fördern. 1994 wurde ein wichtiger Schritt im lokalen Bereich unternommen: die Gründung der Vereinigung der Bootsbesitzer der Bucht von Samana (ASDUBAHISA), die von in der Bucht arbeitenden marinen Transportunternehmen gebildet wurde und gleichzeitig die Hauptnutzer der Ressource sind.

ASDUBAHISA entwickelt und modifiziert zusammen mit CEBSE, CIBIMA und CMC die Regularien für das Whalewatching, welche die Bootsbesitzer dann auf freiwilliger Basis ausführen.

Mit dem Ziel, andere Beteiligte einzubeziehen, erfolgte eine partizipative Evaluierung, die ein genaues Bild des Tourismus in der Region Samana lieferte. Sie analysiert die Situation und nimmt die Meinungen der Besucher und der Beteiligten (örtliche Unternehmen, Behörden, lokale Interessenverbände, Kapitäne) auf. Diese Evaluierung verdeutlicht den Akteuren die Notwendigkeit zur Verbesserung des Whalewatching in bezug auf die Qualität der Dienstleistung, Sicherheit der Besucher und den Schutz der Wale vor Störungen.

Zwischen 1995 und 1996 führte CEBSE mit Hilfe des Center for Marine Conservation eine Studie über Whalewatching mit dem Ziel durch, die Auswirkungen zu erfassen. Verschiedene Schwachpunkte wurden bezüglich der Bootsfahrten und der Regularien festgestellt, und sie zeigten Verbesserungsvorschläge auf, die für die Kapitäne, Bootsbesitzer und betroffenen Behörden annehmbar sein würden.

Um die Handlungen der örtlich Beteiligten zu verbessern, bot CEBSE-CMC 1996 einen Kurs über Whalewatching für örtliche Naturführer an, um deren Wissen über dieses besondere Meeressäugetier zu erweitern und zu verbessern. Ebenso wurde versucht, deren Fähigkeiten als Naturführer und ihre Einstellung und ihr Verhalten zu verbessern, in der Hoffnung, dab sie die Bedeutung der Existenz der Buckelwale erkennen und deren Schutz in der Karibik fördern und weitertragen, sowie negative Auswirkungen auf den Lebensraum abmildern.

Ungeachtet dieser Mabnahmen und Fortschritte ist der Grad des Einverständnisses mit den Regularien, der Kontrolle und des Schutzes immer noch nicht befriedigend.

Auf der Suche nach nachhaltigen Ergebnissen – Das Co-Management im Whalewatching

Im Jahr 1996 wurde die Bucht von Samana zum Meeressäugetier-Schutzgebiet erklärt (Dekret 233-96). Die Saison des Jahres 1997 wurde von der Schutzgebietsüberwachungskommission geleitet, die ein System der Beaufsichtigung und Durchsetzung von Vorschriften ausführte. Nach der Saison 1997 hob die Regierung den Status des Meeresschutzgebietes auf und hinterlieb eine rechtliche Lücke in bezug auf das Gebiet und die Regulierung des Whalewatchings. Auf diese Weise entstand der Bedarf, einen Mechanismus zu schaffen, welcher nicht nur ein angemessenes Management der Saison 1998 sicherstellte, sondern auch den Schutz der Wale und ihres Lebensraumes garantierte. Somit präsentierten CEBSE und CMC den Vorschlag, das Management zu übernehmen und dabei ein Co-Management-Modell zu verwenden.

Die grundsätzlichen Schritte, um ein Co-Management für das Whalewatching einzuführen, waren die folgenden:

Im Einzelnen sind die Aufgaben von CEBSE folgende:

  • Leitung des Co-Managementprozesses (institutionelle Erfordernisse, Pläne)
  • Hilfestellung bei der Lösung von Konflikten
  • Unterstützung von koordinierenden und entwickelnden Tätigkeiten
  • Angebot technischer Hilfe in jeglicher Beziehung, von der Entwicklung der Dienstleistungen bis hin zu zwischeninstitutionellen Übereinkünften
  • Die gegenseitige Übereinkunft schliebt Whalwatching-Regularien und Mechanismen zur Durchsetzung derselben ein. Bekanntgewordene Verstöbe werden vom Parkservice gemeldet und die zuwiderhandelnden Boote von der Marine zurückbegleitet (schriftliche Verwarnung, dann Zwangspause für einen Tag, usw.).

Dieses System brachte positive Ergebnisse in der Saison 1998 und 1999, u. a. wurden die Störungen der Wale vermindert und der gesamte Prozeb organisiert.

Nur Unternehmen mit früherer Erfahrung, einer guten Kenntnis der Regularien usw. ist es erlaubt, am Whalewatching teilzunehmen. Solange neue Unternehmer ohne Kenntnis der möglichen Auswirkungen auf die Wale sind, ist es nicht ratsam, Genehmigungen auszustellen. CEBSE begann in der Saison 1999 ein Monitoring-Programm, um zu sehen, ob es Änderungen im Verhalten der Wale durch die Boote gab.

Es ist wichtig zu erwähnen, dab die Vereinigung indirekt andere örtliche Nutznieber mitorganisiert, wie z. B. Kapitäne, lokale Geschäfte, die Speisen und Getränke anbieten, Handwerker und andere. Die Vereinigung ist daran interessiert, die Qualität der Dienstleistung und das Image des Whalwatching zu verbessern, indem die Störung der Wale vermieden und eine langfristige Nachhaltigkeit gewährleistet wird.

Im Jahr 1998 unterzeichnete die Vereinigung und CEBSE u. a. eine kooperative Übereinkunft, mit dem Ziel, die Vereinigung als ökotouristisches Unternehmen zu stärken, die Bedingungen zur Wettbewerbsfähigkeit im nationalen und internationalen Markt zu verbessern, gemeinsame Handlungen zum Schutze des Lebensraumes zu koordinieren und Whalewatching und andere touristische Aktionen in diesem fragilen Bereich der Region zu managen.

Außerdem hat sich Dank des Erfolges des Co-Managements folgendes ergeben: