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Radtour Cajamarca - Tarapoto

Die Agenda 21 der Rio-Konferenz zum Umweltschutz hat nicht nur Initiativen auf kommunaler Ebene in den Industrieländern hervorgebracht, sondern in auch den Städten der sogenannten Dritten-Welt gibt es interessante Initiativen zu diesem Thema. So ist in Peru in den 90er Jahren eine neue Generation von Kommunalpolitikern in den Vordergrund getreten, denen das Thema Umweltschutz ein wichtiges Anliegen ist.

In Cajamarca wurde im Jahre1991 mit Luis Guerrero Figueroa ein Mann zum Bürgermeister gewählt, der in den 70er und 80er Jahren zunächst als Studentenführer und politischer Gefangener die ersten politischen Erfahrungen machte und später durch seine Studien in Frankreich die Bedeutung des Umweltschutzes für die zukünftige Politik kennenlernte. Insbes. der Erfahrungsaustausch mit Umwelt- und Dritte-Welt-Gruppen in verschiedenen europäischen Ländern und hier vor allem. mit Gruppen in Deutschland machten ihn zu einen überzeugten Umweltpolitiker.

Cajamarca ist eine Provinzhauptstadt in den nördlichen Anden von Peru in einer Höhe von 2.700 m. In Cajarmarca traf im Jahre 1532 der spanische Eroberer Pizarro auf den damaligen Inka-König Atahualpa. Die Spanier nahmen Atahualpa gefangen und verlangten von dem Volk der Inkas, daß in Cajamarca ein Raum bis zu der Höhe mit Gold gefüllt werden sollte, zu der Pizarro mit seiner Hand reichen konnten. Nachdem der Raum tatsächlich von den Indios mit Gold gefüllt hatten, wurde der Hunger der Spanier nach Gold noch größer, töteten den Inka-König Atahualpa, überfielen das Inkareich und plünderten seine Schätze.

An diesen geschichtsträchtigen Ort in den nördlichen Anden von Peru startet im 24. Juli 2001 eine außergewöhnliche Radreise. Der umweltbewußte Bürgermeister von Cajamarca hat in Deutschland um die Unterstützung seiner Tourismusideen geworben und mit dem auf Lateinamerika spezialierten Reiseveranstalter avenTOURa in Freiburg einen kompetenten Partner gefunden, der in idealer Weise auch hinter den Grundprinzipien eines umwelt- und sozialverträglichen Tourismus steht. Die Radepedition Cajamarca - Tarapoto ist nun des erste Tourismusprojekt, das mehr sein soll, als den Touristen die schöne Landschaften der Anden in der Region von Cajamarca und die Faszination des tropischen Regenwaldes bei Tarapoto zeigen soll. Für diese Radexpepdition sucht der Veranstalter avenTOURa vor allem radsportbegeisterte Touristen, die an einer Begegnung mit umweltengagierten Leuten aus Cajamarca interessiert und offen sind für einen Dialog zu Themen wie fahrradfreundliche Verkehrspolitik bei uns und in Peru sind, Umweltschutz bei uns und Zerstörung des tropischen Regenwaldes in Peru. Auf dieser sicherlich nicht ganz einfachen Radreise werden die Radler Zeuge der Faszination der majestätischen Landschaften der Anden und der Vielfalt des Pflanzenreichtums im tropischen Regenwald, aber auch seiner Zerstörung durch den Menschen.

Als Bürgermeister hat Luis Guerrero den ersten Fahrradweg in den peruansichen Anden zu einer Nachbarstadt bauen lassen. Dieser wird inzwischen rege von Studenten benutzt, da sich die Universität außerhalb der Stadt an diesem Fahrradweg befindet. Nun möchte die Stadt Cajamarca nach dem erfolgreichen Modell in vielen europäischen Urlaubsregionen den Touristen der Stadt auch das Fahrrad als Urlaubsverkehrsmittel schmackhaft machen. Die Stadt Cajamarca erfreut sich eines regen Zuspruchs an inländischen Touristen aus den großen Küstenstädten. Aufgrund des Fernbleibens der internationalen Touristen ist hier das Preisniveau noch recht niedrig und die Cajamaquinos ausgesprochen gastfreundlich. Als Transportmittel für Ausflüge der Touristen in die landschaftlich sehr reizvolle Umgebung von Cajamarca stehen ausschließlich die öffentlichen Verkehrsmittel und Taxen zur Verfügung. Letzteres können sich viele Peruaner nicht leisten.

Als Initiative zur Förderung des Fahrrades für touristische Ausflüge wird am 22.7.2001 das erste Volksradfaharen in Cajamarca durchgeführt. An diesem Volksradfahren wird auch die Radreisegruppe von avenTOURa teilnehmen. Über ein mit Spenden aus Deutschland aufgebautes Behindertenwerk wird im Jahre 2001 die erste Fahrradverleihstation aufgebaut. Das Behindertenwerk „Santa Dorotéa“ ist von der deutschen Sonderschulpädogogin ´Christa Stark aufgebaut worden.. Zu dem Behindertenwerk gehören neben einer Schule inzwischen auch Werkstätten, ein landwirtschaftlicher Betrieb und ein kleines Hotel im Zentrum von Cajamarca. Diese Einrichtungen dienen dem Ziele, für Behinderte Einkommensmöglichkeiten und Chancen der sozialen Integration zu schaffen. In dem Hotel soll nun die Fahrradverleihstation eingerichtet werden. Dieses Hotel wird außerdem der Reisegruppe von avenTOURa während des Aufenthaltes in Cajamarca als Domizil dienen.

In der Umgebung von Cajarmarca hat die avenTOURa-Reisegruppe Gelegenheit, einen Eindruck von den in dieser Region durchgeführten Entwicklungshilfeprojekte zur Förderung der nachhaltigen Landwirtschaft und des Umweltschutzes zu bekommen. Die Region Cajamrca ist besonders betroffen von der starken Abholzung der Anden und der stark fortgeschrittenen Bodenerosion. Viele Campesionos (indianische Kleinbauern) können auf den verarmten Böden den Unterhalt der Familien nicht mehr gewährleisten und mußten daher das Land verlassen und in die Slums der Stadt Cajarmarca oder von Lima ziehen. Daß man durch gezielte Bodenschutzmaßnahmen auch bereits verkarstete Böden wieder regenerieren kann und durch gezielte Aufforstung zukünftige Zerstörungen verhindern kann, haben die in Cajamarca ansässigen peruanischen Entwicklungshilfeorganisatsion bewiesen. Die Gelder für diese Projekte stammen überwiegend aus der internationalen stattliche und nichtstaatlichen Entwicklungshilfe. Cajarmarca war in den vergangenen Jahren eine Schwerpunktregion für die deutschen Hilfswerke wie Deutsche Welthungerhilfe, Brot für die Welt, Miserior, Evangelische Zentralstelle für Entwicklungshilfe und dem Deutschen Caritasverband.

An der Radreiseexpediton wird voraussichtlich auch eine Gruppe peruanischen Radtouristen teilnehmen. Diese kommen aus der städtischen oberen Mittelschicht der Hauptstadt Lima, die sich von der Mountainbikebegeisterung der Nordamerikaner und Europäer hat anstecken lassen. Die Zusammenarbeit von avenTOURa mit einem peruanischen Radreiseveranstalter steht unter dem Aspekt der Begegnungsreise mit Teilnehmer aus beiden Ländern, die über ihr gemeinsames Interesse am Radsport in einen beiderseitigen Prozeß des Kennenlernen von neuen Regionen mit ihren Problemen eintreten. So sind die Probleme der Bodenerosion in den Anden und der Klimaveränderung durch die Abholzung des tropischen Regenwaldes für die städtische Bevölkerung aus Lima genauso weit weg wie für uns Europäer. Gerade auf der ausgewählten Strecke werden die Reiseteilnehmer Zeuge von den Auswirkungen der Umweltzerstörung sowohl in den Anden als auch im tropischen Regenwald. Gleichzeitig erfahren sie von den ermutigenden Anstrengungen von der peruainischen Entwicklungshifleeinrichtungen wirksame Maßnahmen gegen die Umweltverstörung zu unternehen. Am Beispiel des Behindertenhifswerkes „Santa Dorotéa“ lernen die Reiseteilnehmer, wie in einer armen Region durch eine aufopferungsvolle Arbeit der Mitarbeiter des Behindertenwerkes den Behinderten aus teils ärmsten Verhältnissen zu einem menschenwürdigeren Leben verholfen werden kann.

Mit dem Radreiseprojekt in Verbindung mit der Initiative zu Aufbau der Fahrradverleihstation wird einerseits das Ziel verfolgt, den Touristen (inländischen und ausländischen) in Cajamarca das Fahrrad als Verkehrsmittel näherzubringen und eine Lobby für eine fahrradfreundliche Verkehrspolitik zu schaffen. Andererseits wird ein Typ von Gruppenreise entwickelt, an der Teilnehmer aus dem Norden (deutsche Radtouristen von avenTOURa) und den Süden (Millieu der oberen Mittelschicht aus Lima) teilnehmen, die sich treffen in einen gemeinsamen Interessenbereich (in diesem Falle der Radsport) und sich einem gemeinsamen Erfahrungsprozeß stellen in der Auseinandersetzung mit sozialen, entwicklungspolitischen und umweltpolitischen Themen vor dem Hintergrund der realen Welt in der Andenstadt Cajamarca und der Urwaldstadt Tarapoto.

Die Radexpediton geht über insges. 617 km in 6 Tagesetappen.

Ein detaillierter Reisebericht kann hier heruntergeladen werden.

Nähere Auskünfte zum Programm erteilt:
avenTOURa-Reise & Begegnung
Rehlingstrasse 17
79100 Freiburg
Tel.-Nr. 0761-211699-0, Fax 0761-211699-9
e-mail: info@aventoura.de:info@aventoura.de
http://www.aventoura.de

Hinweis:
Die Fahrradverleihstation in Cajamarca soll mit Fahrradspenden aus Deutschland aufgebaut werden. Gesucht werden funktionstücktige Fahrräder aus gutem Material, möglichst mit Nabenschaltung.
Kontaktadresse:
Heiner Stienhans
Am Park 50
53757 Sankt Augustin
Tel.-Nr. 02241-333614
e-mail: hstienhans@aol.com