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Dominikanische Republik - Fallbeispiel Salto El Limón - Samaná

Auf der Suche nach Alternativen zum konventionellen Tourismus

Das touristische Potenzial der Halbinsel Samaná

Der Wasserfall von El Limón ist Teil der überwältigenden Vielfalt an Naturschätzen und Landschaftsformen der Halbinsel Samaná.

Malerische Fels- und Sandbuchten, flache Sandinseln, paradiesische Landzungen, idyllische Strände unterschiedlicher Ausdehnung, markante Riffe, Dutzende kleiner friedlicher Gewässer, erholsame Heil- und Thermalquellen, faszinierende Wasserfälle und dazu der winterliche Aufenthalt der Buckelwale – dieses sind nur einige der natürlichen Attraktionen, Samanás enormes Potenzial für einen Tourismus, der das Erwirtschaften von Gewinnen an eine vernünftige Nutzung und den Erhalt der natürlichen Ressourcen knüpft.

Leider dominiert in diesem Gebiet der konventionelle Tourismus. In der Mehrzahl kaufen die Touristen schon in ihrem Heimatland “Alles-Inklusive”-Pakete und so werden für die lokale Wirtschaft kaum spürbare Einkommensverbesserungen erzielt; abgesehen davon, kann sich diese Entwicklung negativ auf die Umwelt auswirken. Derzeit ist die Region Samaná eine touristische Hochburg mit atemberaubendem Wachstum.

Die “Analyse des touristischen Sektors der Provinz Samaná(1996)”ii bestätigt bereits in Teilen diese Problematik, und die lokalen Betroffenen sehen die Notwendigkeit, Lösungen und Änderungen vorzuschlagen.

Auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten fördert CEBSE mit dem “Plan zum integrierten Management der Region Samaná” Strategien für eine umweltverträgliche Entwicklung des Tourismus, darunter eine stärkere, geordnete und direkte Einbindung der kommunaler Vereinigungen in touristische Aktivitäten. Zugleich sehen diese Strategien auch Erwerbsmöglichkeiten durch einen geregelten Ökotourismus vor, der das natürliche Umfeld nicht zerstört.

Um diese Ziele zu erreichen, betreibt CEBSE zwei Hauptprojekte: Die Strategie zum regionalen Management der Bucht von Samaná und seiner Umgebung: Nachhaltige Landwirtschaft und Ökotourismus (1996-1998) und die Durchführung des Co-Management im Sektor Tourismus und Landbesitzverhältnisse/Raumordnung (1999-2001). Das Gebiet des Salto del Limón ist eine der Regionen, in denen diese Projekte durchgeführt werden.

Der Tourismus erreicht die ländlichen Gebiete.

Neue Aktivitäten in den umliegenden Gemeinden des Wasserfalls von El Limón

Der “Salto del Limón”, wie er gemeinhin genannt wird, ist ein 40 Meter hoher Wasserfall im Herzen des Berglandes von Samaná, in etwa 300 m Höhe über dem Meeresniveau. Man erreicht das Gebiet über die Landstraße Samaná – El Limón – Las Terrenas.

Die umliegenden ländlichen Gemeinden Rancho Español, Arroyo Surdido, Loma de la Cruz und El Café zählen 1. 556 Einwohner. Etwa 10 % dieser Bevölkerung arbeitet direkt im Tourismus und rund 1% der Bewohner des benachbarten Ortes El Limón (2.266 Einwohner) sind direkt im Gebiet des Salto de Limón beschäftigt.

Bleibt anzumerken, dass die touristischen Aktivitäten sowohl um den Wasserfall El Limón als auch in anderen Gebiete (Las Terrenas) indirekte Einnahmen für diese ländlichen Gemeinden mit sich bringen.

Vor etwa 15 Jahren hielt der Tourismus im Gebiet des Salto del Limón Einzug.

Nach Erzählungen der Einwohner von El Café waren die ersten Besucher, ausländische Abenteurer, die Alternativen zum konventionellen Tourismus suchten und eher das Leben in den ländlichen dominikanischen Gemeinden kennenlernen und genießen wollten.

Einige Dorfbewohner boten ihre Dienste als Reiseführer, ihre Pferde und später Speisen und Getränke an. Im Lauf der Jahre haben sich so im Umfeld des Wasserfalles kleine Verkaufsstände etabliert (paradas), vor allem an den Zugängen zur Kaskade.

Viele Gemeindebewohner sahen und sehen in diesen neuen Unternehmungen eine wirtschaftlich weit attraktivere Alternative zur unsicheren Landwirtschaft.

Allerdings treten auch von den Gemeinden nicht vorhergesehene Probleme auf. Die neue Art von Arbeit zerrüttet die gemeinschaftlichen Sitten; Individualismus macht sich breit und es mangelt – ungewöhnlich für die bäuerliche Bevölkerung - an der üblichen Kameradschaft und Kollegialität. Neben weiteren Konflikten:

· Unlauterer Wettbewerb sowie widerstrebende und schwankende Interessen unter den Gemeindemitgliedern beim Angebot der Dienstleistungen

· Unterschiedliche Preise in den verschiedenen “paradas” (Trekking-Sammelstellen mit Essen- und Getränkeangebot) provozieren Konflikte zwischen den Mitgliedern der verschiedenen Gemeinden/ kommunalen Vereinigungen

· Es werden schlecht ernährte Pferde in mangelhaftem Gesundheitszustand angeboten

· improvisierende Reiseführer führen zu Beschwerden seitens der Touristen und verleihen der Region ein schlechtes Image

· Zerstörungen der Wege zum Wasserfall, am Kopfbereich der Kaskade und am Schwimmbecken aufgrund der starken Nutzung durch Besucher

· Die steigende Zahl der Touristen führt zur Qualitätsminderung der Dienstleistungen und Improvisation wird zu einem festen Bestandteil des Tourismusangebotes

Das Fehlen einer offiziellen Instanz/Behörde die Lösung der Probleme, welche zwischen den Gemeiden und Fremdenführern auftreten.

Im Auge des Hurrikans

Durchgeführte Aktivitäten

Obwohl das erste Projekt (1996-98) vor allem den Erwerbszuwachs für die örtliche Bevölkerung bezweckte und Maßnahmen zum Schutz der Region sichern sollte, erzeugten interne Interessenskonflikte, Mangel an Kollegialität und Solidarität sowie die fehlende Organisation der beteiligten lokalen Gruppen innerhalb der Gemeinden die größten Probleme.

Die Gemeinde El Café, seit mehr als 10 Jahren im Tourismus aktiv, ergriff die Initiative und rief eine Gewerkschaft ins Leben. Am Anfang lief alles gut, aber dann zeigten sich interne Schwächen und Organisationsdefizite und der starke äußere Konkurrenzdruck durch die Reiseagenturen, vor allem durch Preissenkungen im Dienstleistungsbereich, machten diese Organisationsbemühungen zunichte. Dieser Misserfolg hinterließ schlechte Erfahrungen und führte zu Ablehnung und Desinteresse gegenüber jeglicher Form von Organisation.

Die ersten Schritte der Annäherung zwischen der NGO CEBSE und den Gemeinden gestalteten sich aufgrund der geschilderten Probleme und Disharmonien innerhalb der großen Zielgruppe (es sind fast 200 Personen direkt in die touristischen Aktivitäten eingebunden) sehr schwierig : “Was wollen die Leute von CEBSE eigentlich?” Trotz anfänglicher Skepsis wurden wir letztendlich “akzeptiert” und gastfreundlich aufgenommen.

Unsere ersten Tätigkeiten zielten darauf ab, das Vertrauen der lokalen Gruppen zu gewinnen (wiederholte Besuche in der Region und spontane informelle Gespräche mit verschiedenen Gruppen) und ihnen die Bedeutung des Projektes für eine Verbesserung der touristischen Aktivitäten und für ihren eigenen wirtschaftlichen Vorteil bewusst zu machen.

Auf diese Weise konnten die Gemeindengruppen erkennen, wie wichtig es ist, sich zu organisieren und gemeinschaftlich zu handeln, um ihre angebotenen Dienstleistungen zu verbessern, die Wege instand zu halten und vor allem ihre eigenen Interessen gegenüber Dritten (Ausflugsveranstaltern, skrupellosen Reisebegleitern/-führern, etc.) zu verteidigen.

Eine Strategie innerhalb des Projektes war das Angebot begleitender Kurse und Workshops, einer “Schritt-für-Schritt”- Fortbildung, um so die Leistungsfähigkeit der kommunalen Gruppen zu stärken. Durch die Kurse und gemeinsam erarbeiteten Aktionspläne erhielten wir (CEBSE) die Möglichkeit, die Stärken und Schwächen sowie die Erwartungen der kommunalen Gruppen von Grund auf kennenzulernen.

Diese „Schritt-für-Schritt“- Fortbildungen eröffneten die Möglichkeit, Informationen und Erfahrungen zwischen uns, den Gemeindegruppen, den Verantwortlichen der staatlichen Institutionen und auch dem privaten Sektor auszutauschen.

Die Fortbildung beinhaltete folgende Themen:

¨ Gemeinwesenarbeit (Was bedeutet Organisation?, Welche Organisationsformen gibt es?, Prozesse der Stärkung (Professionalisierung), Problemdiagnose und -lösung, u.a.m.)

¨ Basiswissen Tourismus (Tourismus im Allgemeinen, was versteht man unter Tourismus?, wie wirkt sich der Tourismus auf ländliche Bereiche aus?, touristische Attraktionen in der Zone, unterschiedliche Typen von Touristen und Besuchern, Vorteile, negative Auswirkungen auf den sozialen Bereich und das natürliche Umfeld, etc.)

¨ Schutzgebiete und Ökotourismus

¨ Verbesserung der touristischen Dienstleistungen (Verpflegung, Getränke, Hygiene, Kundenservice, Umgang mit Touristen etc.)

¨ Durch den Tourismus verursachte soziale Probleme (Rivalität innerhalb der Gemeinden, Delinquenz, Prostitution, Kinderarbeit im Rahmen touristischer Aktivitäten, etc.)

¨ Pflege der Pferde (Behandlung und Versorgung, Hygiene, Bedingungen für die Vermietung an Touristen)

¨ Weitere Produktionsalternativen und –ergänzungen zum Ökotourismus (z. B. Standortgerechte Landwirtschaft, Qualitätssteigerung bei und Verkauf von Kunsthandwerk und lokalen Produkten, Gemüseproduktion und Baumschulen etc.)

¨ Schutz der natürlichen Ressourcen (Flussläufe und -niederungen, Biodiversität, Ökologie, vom Aussterben bedrohte Pflanzen- und Tierwelt, vernünftige Ressourcennutzung, etc.)

¨ Ökologisches Handbuch/ Natur- und Umweltführer (Darstellung der Umwelt, allgemeines und spezielles Wissen über die regionalen Ressourcen und Natur-Sehenswürdigkeiten, die Rolle des lokalen Führers, etc.)

¨ Besucherkapazitäten der touristischen Regionen (Möglichkeiten, gemeinsam mit den Gemeinden Besucherlimits festzulegen)

Viele dieser Fortbildungsmaßnahmen wurden mit Unterstützung des staatlichen Sektors sowie nationaler als auch internationaler Experten ganz praktisch gestaltet.

Beispielsweise wurde der Kurs “Pferdehaltung” mit Hilfe von Tierärzten aus Massachusset abgehalten, die jedes Jahr zu einem freiwilligen Einsatz kommen. Zusätzlich wurden Kampagnen zur medizinischen Betreuung und zur Deparasitierung der Pferde durchgeführt sowie präventive Heilkuren erläutert. Von dieser Kampagne profitieren nicht nur die im Tourismus tätigen Gruppen, sondern auch andere Bewohner/Bauern der Region.

Natürlich traten in dieser Projektphase neben unvorhergesehenen Problemen auch diverse Konflikte auf, z.B. zeigte sich der Mangel an Unterstützungsbereitschaft und Solidarität, einige Personen der Gemeindengruppen sträubten sich, überhaupt an den Wegearbeiten oder Fortbildungsangeboten teilzunehmen. Und es regte sich Widerstand dagegen, die Mietpreise der Pferde zu regulieren/vereinheitlichen und in die Pflege der Tiere zu investieren, u.a.m.

Der zunächst informelle Zusammenschluß von ACESAL - Ökotouristischer Gemeindeverband des Salto del Limón - war ein wichtiger Schritt zur Identifizierung und Absicherung jener Gruppen, die bereits die Bedeutung einer Zusammenarbeit erkannt hatten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen: Die Verbesserung ökotouristischer Dienstleistungen und die Nutzung entsprechender Fortbildungsmöglichkeiten.

Ein weiterer entscheidender Schritt war die Beteiligung des Tourismusministeriums (Secretaría de Estado de Turismo - SECTUR) an den Projektaktivitäten, was viele Mitglieder der Gemeinden dazu motivierte, das, was passierte, ernst zu nehmen.

Die Behörde von SECTUR besuchte das Gebiet des Salto del Limón häufiger, um den Dialog mit den Betroffenen zu suchen, deren Beschwerden anzuhören, und dann gemeinsam Lösungen zu finden. Außerdem bezog SECTUR auch andere staatliche Stellen mit ein, verschiedene Dorfvorsteher (Bürgermeister von Dorfgemeinden), Vertreter von FORESTA (Forstbehörde), INDRHI (Wasserbehörde) und POLITUR (Polizei für touristische Angelegenheiten) wurden eingeladen, an den Fortbildungsmaßnahmen teilzunehmen.

Diese Annäherungen „brachen das Eis“ zwischen den Gemeinden und offiziellen Instanzen.

Die projektbegleitende Evaluierung der Maßnahmen spielt eine wichtige Rolle im Projektverlauf. Neben der obligaten Berichterstattung an die Schirmherrschaft und Kooperationspartner (HELVETAS/DED), erarbeitet das Team des Bereiches “Ökotourismus” laufend eigene Evaluationen/Auswertungen im Anschluß an durchgeführte Aktivitäten (Gespräche mit Gemeindemitgliedern, interne Treffen, etc.).

Mittels der Methode “action-reflection-action ” analysiert und evaluiert das Team gleichzeitig die Ergebnisse der von ihm selbst oder von Gemeindegruppen durchgeführten Aktivitäten: Was sollte erzielt werden? Was wurde tatsächlich bisher erreicht? Welche Probleme haben sich ergeben? Was müssen wir verbessern?

Was den Bewusstseinswandel hin zu einem sorgfältigen Umgang mit den Ressourcen betrifft, so zeichnet sich in den Gemeinden eine veränderte Haltung ab, zum Teil infolge der Auswirkungen einer lang andauernden Trockenheitsperiode im Sommer 1997, wodurch die Wassermenge des Wasserfalls stark abnahm. Die (Brand-)Rodungen in den Nachbargemeinden sowie die Abholzung in den Tälern (Flußbecken) verschärften die Probleme, da der Fluss, der den Wasserfall speist, mangels eigener Zuflüsse auszutrocknen begann. Einige Gruppen dieser 5 Gemeinden sahen die Notwendigkeit, schnellstens Verbesserungs- und Gegenmaßnahmen durchzuführen (sofortige Aufforstung, Aufforderung der zuständigen Autoritäten, die fortscheitende Zerstörung des Ortes durch Abholzung, Müllablagerung, Wasserentnahmen durch Baufirmen, das Autowaschen etc. zu unterbinden) und erhielten dabei staatliche Hilfe durch ein von CEBSE vorgeschlagenes Ergänzungsprojekt: ”Gemeinschaftliches Management/ Co-Management des Einzugsgebietes des Salto del Limón”.ii

Die Ruhe nach dem Sturm

Ergebnisse der Maßnahmen

Auf der Basis dieser Entwicklung und angesichts der notwendigen Regulierung der touristischen Aktivitäten am Salto del Limón, erarbeiteten und diskutierten die in ACESAL, CEBSE und SECTUR organisierten Gemeinde Gruppen gemeinsam einen Nutzungs-(kontroll)plan für das Gebiet.

Daraufhin verabschiedete und erließ SECTUR die Regelung der ökotouristischen Aktivitäten im Gebiet des Salto del Limón von Samaná (Regulaciones para las actividades ecoturísticas en el Salto del Limón de Samaná). Ein geschichtsträchtiges Ereignis, denn es war das erste Mal, dass diese staatliche Instanz Normen erst nach vorhergehender Befragung und Einwilligung der Gemeinden erließ.

Diese Welle an Aktivitäten brachte bedeutende Fortschritte in Richtung gemeinsame Initiative. Eine der wichtigsten Errungenschaften wurde im sozialen Bereich erzielt. Es ist der Zusammenschluss (die Organisierung) von Mitgliedern der 5 Gemeinden mit dem Ziel, Aktionen zur Verbesserung und Steuerung der touristischen Aktivitäten durchzuführen.

Abschließend können wir die folgenden Erfolge aufzeigen:

1. Die Bildung eines Gemeindeverbandes auf gesetzlicher Basis, in dem 5 Gemeinden vereinigt sind (mehr als 200 offizielle Mitglieder), dir im Ökotourismus arbeiten: Ökotouristischer Gemeindeverband des Salto del Limón, ACESAL, mit dem Ziel " sich aktiv an der umweltverträglichen Nutzung der ökotouristischen Aktivitäten des Salto del Limón zu beteiligen und seine Umwelt in Koordination mit offiziellen und privaten Sektoren nachhaltig zu bewahren.[ii]

2. Die Übernahme von Verantwortung seitens dieser Organisation für die Verbesserungen und die notwendige Instandhaltung der Wege, Schutz der Flüsse und des gesamten Einzugsgebietes des Wasserfalles.

3. Es ist eine nennenswerte Verbesserung der Infrastruktur und der Bereitstellung von Dienstleistungen (Pferde, Verkaufsstände, Qualität der Zubereitung der typischen Speisen, etc.) festzustellen.

4. Das Projekt, oder besser gesagt, die Durchführung der entsprechenden Maßnahmen zum Schutz der Ressourcen hat den Anwohnern die Augen für Umweltprobleme der Zone geöffnet, und sie haben nunmehr erkannt, wie wichtig der Schutz ihrer Ressourcen ist. Ferner sind hier die erzielten Vereinbarungen in den Statuten von ACESAL und die Regelungen durch SECTUR zu nennen.

5. Durch die praxisbegleitende „Schritt-für-Schritt“- Fortbildung Instandhaltung und Erneuerung der Wege und durch die Besuche und institutionalisierten Treffen/Versammlungen mit den verantwortlichen Autoritäten führen die Gemeindegruppen nunmehr freiwillige Verbesserungmaßnahmen in ihrem Gebiet durch, wie z. B. Säuberungsaktionen der Flüsse und Bäche, Initiativen zur Aufforstung des Einzugsgebietes und Verbesserungsmaßnahmen in den Ersosionsgebieten. Gleichzeitig wurde einem Mitglied der Gemeinde die Stellung eines FORESTA-Inspektors für diese Region zugesprochen.

6. ACESAL unterbreitet seine Probleme direkt den verantwortlichen Autoritäten (Selbsthilfeinitiativen) und versucht so für beide Seiten annehmbare Lösungen zu finden.

7. Die Maßnahmen zur Instandhaltung der Wege und die Verbesserung der lokalen Verkaufsstände haben dazu beigetragen, dass sich mehrere Mitglieder als touristische Kleinunternehmer sowie, aufgrund ihrer Nutzungsrechte, auch als Eigentümer der Ressource (Salto del Limón) betrachten.

8. Während des Projektes hat man einige Aktivitäten (regulierend) erweitert, und das Management des Einzugsgebietes des Salto del Limón wurde durch Kleinprojekte ergänzt: “Gemeinschaftlicher Schutz/Erhaltung des Einzugsgebietes des Salto del Limón” und das Programm Quisqueya Verde (Aufforstung) mit dem Ziel, die fortschreitende Umweltzerstörung in diesem Gebiet zu unterbinden.

9. Die örtlichen Autoritäten haben nun eine gewisse Präsenz in der Zone und übernehmen nach und nach ihre Verantwortlichkeiten.

10. CEBSE ist in diesem Gebiet als eine Umweltschutz-Organisation anerkannt und zumindest einTeil der Leitung.von ACESAL ist sich bewußt, daß wir die Rolle von Förderern übernommen haben.



Und dann –folgt die Flaute?

Wesentliche Lehren und Herausforderungen

Zur Zeit gibt es 12 Verkaufsstände (Kleinunternehmen), die Ausflüge mit oder ohne Fremdenführer anbieten, zu Fuß oder zu Pferd, sowohl zum Wasserfall als auch zu anderen Zielen (Höhlen, Strände,…) im umliegenden Gebiet, die typische Speisen offerieren, die lokales Kunsthandwerk, Kakao und Kaffee aus organischer Produktion verkaufen.

Ca. 200 Personeniii sind direkt im Tourismusbereich beschäftigt. Nach Unterlagen der paradas wurden ca. 20.000 Besucher des Salto del Limón im Jahr 1998 verzeichnet. Von Januar bis Mai 2000 waren es ca. 7000 Besucher. In einer Umfrage, die 1997 von CEBSE durchgeführt wurde, stellte sich heraus, daß die paradas jährliche Einnahmen in Höhe von RD$ 2.235.000,00 (US$ 149.000) verzeichnen konnten[iii]. Allerdings verzehren die operativen Kosten (sehr oft aufgrund schlechter Geschäftsführung) 77.62% davon, so daß die tatsächlichen Einnahmen bei nur 22.38% liegen. Nicht alle paradas erzielen gleichhohe Einnahmen, einige haben eine bessere Geschäftsführung und/oder haben mehr Besucher zu verzeichnen. Den meisten Kleinunternehmen vom Salto del Limón fehlt eine unternehmensorientierte Vorausschau, oft liegt weder der Geschäftführung noch dem Angebot ein Plan zugrunde.

Erfahrung: Nicht jeder ist geeignet, ein Unternehmen zu führen und auszubauen, auch wenn eine große Nachfrage besteht. Es ist notwendig, eine unternehmerische Vision zu entwickeln. Dies erfordert eine adäquate Beratung sowie Training im Bereich der Unternehmensführung, Geschäftsplanung für ökotouristische Kleinunternehmen, Steuerung touristischer Angebote und anderes mehr.

Trotz dieser Schwächen betrachten einige die Aktivitäten als rentabel (vor allem aufgrund steigender Besucherzahlen) und wollen neue paradas/Restaurants eröffnen. Andere wollen mehr Pferde kaufen, Mitglieder anderer Anliegergemeinden wollen an den touristischen Unternehmungen beteiligt werden, ja bewerben sich sogar um die Mitgliedschaft bei ACESAL. Der Erfolg bringt eine Flut an Erwartungen, aber auch an Herausforderungen mit sich.

Erfahrung: Man weckt Hoffnungen, also sollte dieses Projekt auch darauf vorbereitet sein, Nachfragen zu befriedigen und der Entwicklung rechtzeitig Grenzen zu setzen.

Auch wenn die Gründung von ACESAL ein großer Erfolg gewesen ist und die Gemeinden einen Weg gefunden haben, ihre Kräfte und gemeinsamen Interessen zu vereinen, so hat dies doch viel Zeit und Anstrengung gekostet, sowohl während der Laufzeit des ersten Projektes als auch in der derzeitigen folgenden Phase.

Obwohl sich die Leitung und diversen Kommissionen von ACESAL in regelmäßigen Abständen treffen und (positive) Maßnahmen ergreifen, bestehen Schwächen in der Entscheidungsfindung, in der Übernahme von gemeinsamer Verantwortung und in der Verbandsstruktur (Führung, Verwaltung, etc.)

Die Herausforderung besteht nicht nur darin, einen Verband zu gründen, sondern ihn auch zu festigen und damit aus eigener Kraft heraus und in Eigenregie zu führen, Verantwortung zu übernehmen, Problemlösungen zu suchen und sich Neuerungen anpassen zu können. Die Organisationsentwicklung ist eine Herausforderung mit Höhen und Tiefen und benötigt viel Kraft und Ausdauer.

Erfahrung: Organisationsentwicklung (Gründung der Organisation und ihre Stärkung) sind unabdingliche Komponenten, die bei der Durchführung dieser Art von Projekten stärker berücksichtigt werden sollten, welche viel Zeit und entsprechend ausgebildetes Personal benötigen (Förderung des Gemeinwesens, Erfahrung im Management kommunaler Konflikte).

Neben dem Anbieten technischer Hilfe und Beratung, der Koordination von Maßnahmen zum Ressourcenschutz sowie der Förderung der lokalen Partizipation im Gemeinwesen, übernimmt CEBSE in der Region eine “Brücken-Funktion”, um den Dialog zwischen den einzelnen Gemeindegruppen zu fördern, Konflikte abzubauen sowie Gespräche, Vereinbarungen und Verträge zwischen den Gemeinden, den verantwortlichen Autoritäten und dem privaten Sektor zu koordinieren. Zudem ist es unsere Aufgabe, die Organisation zu stärken und uns an den Umweltschutzaktionen im Gebiet zu beteiligen.

Erfahrung: Diese Handlungsweise führt oft zu einer Art Verpflichtung gegenüber den Gemeindegruppen und lokalen Autoritäten, denn man sieht uns als verantwortlich für diesen Prozeß an. Es ist nicht einfach, sich von dieser Rolle zu befreien und die eigentliche Rolle des Förderers beizubehalten, vor allem dann, wenn die Ruhe nach dem Sturm noch nicht eingekehrt ist.

Das Projekt geht weiter... ACESAL geht schon eigene Schritte, muss aber noch wachsen und sich soweit festigen, bis zur Eigenregie fähig ist und sich zu einer Partnerorganisation entwickelt hat, die gemeinsam mit CEBSE „an einem Strang zieht“: Zum Schutz der Umwelt und der nachhaltigen Nutzung der Ressourcen in der Region Samaná/auf der Halbinsel Samaná/im Gebiet des Salto del Limón ...

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Anmerkungen und Literaturverzeichnis:

Dieses Dokument ist die zweite Ausgabe, Die erste wurde von Leida Buglass und Karen Fernández erarbeitet.

Ich möchte hier feststellen, daß die hier beschriebenen Erfahrungen nicht nur von mir, Leida Buglass, gemacht wurden, vielmehr haben in diesem Projekt des Salto del Limón viele zusammengearbeitet : Frau Karen Fernández, der Werbefachmann Isidro Bone, Herr Lorenzo Fernández und die Koordinatorin Patricia Lamelas (Leiter der Planungs- und Projektabteilung) sowie nicht zuletzt natürlich alle Gemeindemitglieder des Verbandes ACESAL



[i] Beraterin des Zentrums für Schutz und nachhaltige ökologische Entwicklung der Bucht von Samaná und seiner Umgebung (CEBSE) und Entwicklungshelferin des DED (Deutscher Entwicklungsdienst/ded).

[i] Siehe auch (Diagnose des Tourismus-Bereiches in der Provinz Samaná) Diagnóstico del Sector Turismo de la Provincia de Samaná 1996/ Ramirez, Lamelas y MacCann)

CEBSE, CMC, USAID, beziehen sich auf den Salto del Limón als ein Potential zur Entwicklung des Tourismus in dieser Zone

[ii] In den Statuten von ACESAL (Ökotouristischer Gemeindeverband des Salto del Limón), Dekret 233-98 (vom 12. Februar 1998)

1 Dieses sind Mitglieder des Ökotouristischer Gemeindeverbandes des Salto del Limón – ACESAL. Auch andere Personen, einige touristische Unternehmen (Hotels und nationale Reiseveranstalter), die Ausflüge organisieren, aber nicht Mitglieder der Gemeinden sind.

2 Studie des Tourismus-Marktes des Salto del Limón (Estudio del mercado turístico en el Salto del Limón), 1998, Oscar Garcia

[iii] Dieses ohne Berücksichtigung der ca. 20% Touristen, die auf eigene Rechnung den Ort besuchen oder von unabhängigen Fremdenführern/Ausflugsveranstaltern gebracht und somit nicht registriert werden.