Ökofaire Beschaffung
Ökofaire Beschaffung in der Sozialwirtschaft
Im Rahmen eines von der EU und der Landesstiftung Baden-Württemberg geförderten Projekts entwickelten wir einen Leitfaden zur "Ökofairen Beschaffung in der Sozialwirtschaft", der den Entscheidungsträgern von Unternehmen und Organisationen der Sozialwirtschaft konkrete Informationen und Handlungsempfehlungen in Bezug auf Ihre Beschaffung an die Hand gibt. Öffentliche, kirchliche und private Einrichtungen der Sozialwirtschaft stellen mit Ihren rund 1,7 Mio. Beschäftigten in Deutschland einen oftmals unterschätzten Wirtschaftsfaktor dar. Würde die Marktmacht Sozialwirtschaft ihre Beschaffung stärker an ököfairen Kriterien ausrichten, so hätte dies eine Signalwirkung in die gesamte Gesellschaft hinein, nicht nur auf Unternehmen und öffentliche Verwaltung, sondern auch in den privaten Haushalten.
Ermittlung des Ist-Zustandes
Um den Ist-Zustand bei der Beschaffung in der Sozialwirtschaft zu erfahren haben wir über 280 Einrichtungen befragt, inwiefern sie bei Ihrer Beschaffung neben dem Preis auch Kriterien wie ökologische Produktion, fairen Handel und regionale Herkunft der Güter beachten. Insgesamt haben wir 21 Antworten erhalten, wobei von diesen nur ein Viertel angab, keines der Kriterien zu beachten. Ein Drittel integrieren ökofaire Produkte bereits fest in ihre Beschaffung. Für über die Hälfte spielt die Beschaffung aus der Region eine große Rolle. Die geringe Resonanz auf die Befragung sowie eine Vielzahl von Gesprächen haben gezeigt, dass die systematische Beschaffung ökologischer und fair gehandelter Produkte offensichtlich immer noch ein Thema einer verantwortungsbewussten Minderheit ist.
Beschaffung als Teilbereich eines Nachhaltigkeitsmanagementsystems
Gleichzeitig erkennen heute mehr und mehr sozial- und privatwirtschaftliche Unternehmen, dass einseitig auf ökonomische Ertragsteigerungen ausgerichtete Strategien von Kunden, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit als negativ bewertet werden. Nachhaltigkeit als Teil einer glaubwürdigen und verantwortungsvollen Unternehmensführung wird damit zu einer immer zentraleren Aufgabe. Nachhaltigkeitsmanagement ist ein Managemantsystem, das Unternehmen konsequent darauf ausrichtet, ein positives Gesamtergebnis ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Wirkungen zu erzielen. Hierbei nimmt die Beschaffung natürlich eine wichtige Rolle ein.
Zum praktischen Handeln
Grundlage einer zielorientierten Beschaffung ist das Vorliegen einer Beschaffungsordnung. Ein Beispiel für eine solche Beschaffungsordnung finden Sie unten. Außerdem ist es wichtig, dass man die Modalitäten und Vorgehensweisen seiner Lieferanten genau kennt. Die Umstellung der Beschaffung nach ökofairen Kriterien bedeutet ja nicht zwangsläufig, langjährige Geschäftsbeziehungen über Bord zu werfen, sondern viel mehr, den Lieferanten mölglichst mit auf den ökofairen Weg zu nehmen. In diesem Zusammenhang hilft eine Lieferantenbefragung weiter. Ein Beispiel für eine solche Lieferantenbefragung finden Sie ebenfalls unten.
Sie können den Leitfaden als Druckversion bei uns kostenlos bestellen unter info@kate-stuttgart.org oder als pdf- Version herunterladen (siehe unten)